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SMR-Translator-Fehler – wenn die Festplatte ihre Daten nicht mehr findet
Roland Block, Laborleiter ·
- Laufwerk wird erkannt, zeigt aber 0 Byte oder falsche Größe
- Windows möchte formatieren / RAW
- Zugriff hängt minutenlang
- Ordner leer, obwohl Speicher belegt ist
Was passiert technisch?
Bei SMR-Festplatten (Shingled Magnetic Recording) überlappen sich die Spuren wie Dachziegel. Dadurch passt mehr auf eine Scheibe – aber ein einzelner Block lässt sich nicht mehr einfach an seiner Stelle überschreiben, ohne die Nachbarspuren mitzuschreiben.
Die Festplatte löst das intern: Neue Daten landen zunächst in einem Zwischenbereich (Media Cache) und werden später im Hintergrund an ihren endgültigen Platz verschoben. Damit das Betriebssystem davon nichts merkt, führt das Laufwerk eine Übersetzungstabelle (Translator): Für jeden Block steht dort, wo er gerade physisch liegt.
Diese Tabelle wird ständig aktualisiert. Wird das Laufwerk mitten in dieser Arbeit vom Strom getrennt – USB-Kabel gezogen, Notebook-Akku leer, Stoß beim Schreiben – kann die Tabelle inkonsistent werden. Ab dann sind die Daten physisch meist vollständig vorhanden, aber das Laufwerk kann sie keiner Adresse mehr zuordnen.
Woran man es erkennt
- Das Laufwerk wird erkannt, meldet aber 0 Byte, eine falsche Größe oder gar keine Partition.
- Windows bietet an, den Datenträger zu formatieren; das Dateisystem erscheint als RAW.
- Der Zugriff ist extrem langsam oder hängt minutenlang, ohne dass Geräusche zu hören sind.
- Im Labor: Die Firmware meldet Fehler in den Verwaltungsmodulen, Lesezugriffe liefern leere oder falsche Bereiche.
Warum Standard-Software hier nicht hilft
Recovery-Programme sehen nur, was die Festplatte ihnen über die (kaputte) Übersetzungstabelle liefert – also Nullen oder falsche Bereiche. Chkdsk und Formatieren schreiben zusätzlich neue Daten, die über den Media Cache wieder einsortiert werden müssen und dabei alte Verwaltungsinformationen überschreiben können. Jeder solche Versuch macht die spätere Rekonstruktion schwerer.
Unser Vorgehen
Wir arbeiten auf der Ebene der Laufwerks-Firmware: Zuerst wird der Zustand der Verwaltungsbereiche gesichert, dann die Übersetzung rekonstruiert, sodass die Daten wieder ihren Adressen zugeordnet werden. Erst danach wird das Laufwerk vollständig kopiert. Liegt zusätzlich ein Kopfdefekt vor, wird zuerst die Mechanik instand gesetzt.
Die Erfolgsaussichten sind gut, wenn nach dem Fehler nichts mehr auf das Laufwerk geschrieben wurde. Preis und Dauer hängen davon ab, ob zusätzlich ein mechanischer Schaden vorliegt.