Das Zip-Laufwerk war ein Wechselplattensystem von Iomega, vorgestellt im Spätsommer 1994. Ein Zip-Medium hatte zunächst 100 MB, später 250 MB und 750 MB. Zip war das erfolgreichste der sogenannten Superdisketten-Formate, hat die 3,5-Zoll-Diskette aber nie als Standard abgelöst. Heute ist es durch USB-Sticks, CDs und DVDs ersetzt. Unter dem Namen Zip verkaufte Iomega außerdem CD-Brenner (Zip-650, Zip-CD).
Technik
Das Zip-System ist eine vereinfachte Version der älteren Bernoulli-Box von Iomega. Eine biegsame Magnetscheibe in einer festen Kassette dreht sich, der Schreib-/Lesekopf wird von einer Schwingspule wie bei einer Festplatte bewegt. Die Scheibe ist etwa so groß wie eine 3,5-Zoll-Diskette.
Das Ergebnis: Ein Medium fast so handlich wie eine Diskette, aber mit viel mehr Kapazität und deutlich schneller. Das erste Zip-Laufwerk übertrug etwa 1 MB/s bei 28 ms mittlerer Zugriffszeit. Ein normales Diskettenlaufwerk schaffte rund 60 KB/s bei mehreren hundert Millisekunden.
Zip-Laufwerke gab es mit Parallelport, SCSI, ATAPI (intern), USB 1.1 und USB 2.0. Direkter Konkurrent war die LS-120 SuperDisk: 20 % mehr Kapazität und kompatibel zur normalen Diskette, aber langsamer.
Welches Medium passt in welches Laufwerk
| Laufwerk | 100-MB-Medium | 250-MB-Medium | 750-MB-Medium |
|---|---|---|---|
| Zip 100 | lesen, schreiben | – | – |
| Zip 250 | lesen, schreiben (langsam, kein vollständiges Formatieren) | lesen, schreiben | – |
| Zip 750 | nur lesen | lesen, schreiben | lesen, schreiben |
Ein Medium mit höherer Kapazität erkennt ein kleineres Laufwerk an einer Reflexmarke und wirft es sofort wieder aus.
Verbreitung
Bei der Einführung kostete das Laufwerk knapp 200 US-Dollar mit einem Medium, weitere 100-MB-Medien rund 20 Dollar. Festplatten hatten damals etwa 500 MB und kosteten ähnlich viel – eine Sicherung auf Zip war also günstig. Einige PC-Hersteller bauten Zip-Laufwerke ab Werk ein, in der Grafikbranche ersetzte Zip die teureren SyQuest-Wechselplatten. Später lieferten auch Fujifilm, Verbatim und Maxell Medien, Epson baute ein lizenziertes Laufwerk. Ab 1999 gingen die Verkäufe stetig zurück.
Probleme
Bekannt wurde Zip auch durch den „Click of Death“: Das Laufwerk klickt rhythmisch, das Medium ist danach oft unlesbar. 1998 wurde deshalb in den USA eine Sammelklage gegen Iomega eingereicht. Die Ursachen und was man tun sollte, beschreibt der Eintrag Click of Death.
Datenrettung von Zip-Medien
Klickt ein Laufwerk, sofort ausschalten und das Medium nicht in ein anderes Laufwerk stecken. Ein beschädigtes Medium kann die Köpfe des nächsten Laufwerks zerstören und dieses wiederum das nächste Medium.
Wir lesen Zip-Medien mit geprüften Laufwerken und, wenn nötig, mit Medien, deren Scheibe gereinigt oder in eine neue Kassette umgesetzt wurde. Daten von Zip-Medien aller Größen und Formate (PC, Mac) können wir in der Regel wiederherstellen. Mehr: Bänder und Altsysteme.