Ein Bandlaufwerk (auch Streamer) liest und schreibt Daten auf ein Magnetband. Bänder speichern viel für wenig Geld, halten bei guter Lagerung Jahrzehnte und lassen sich aus dem Haus bringen. Deshalb sind sie bis heute das klassische Medium für Sicherungen und Archive. Der Nachteil: Man kann nicht direkt auf eine Datei springen, das Band muss erst an die richtige Stelle gespult werden.
Die Anfänge
UNISERVO (1951). Das erste Bandlaufwerk eines kommerziellen Computers, gebaut für den UNIVAC I. Das Band bestand aus vernickelter Phosphorbronze, nicht aus Kunststoff. Die Laufwerke konnten auch Lochkarten-Daten von anderen Geräten übernehmen.
IBM 7-Spur (1952). IBMs erstes Bandlaufwerk für Daten: ein halber Zoll breites Kunststoffband mit sechs Datenspuren und einer Paritätsspur. Später wurden die Dichten mehrfach gesteigert. Das Format hielt sich bis in die 1960er Jahre.
9-Spur-Band (1964). Mit dem System/360 führte IBM das 9-Spur-Format ein: wieder ein halber Zoll breit, aber mit acht Datenspuren und einer Paritätsspur – passend zum 8-Bit-Byte. Das 9-Spur-Band auf großen offenen Spulen wurde zum Standard der Großrechnerwelt und wurde bis in die 1990er Jahre für den Datenaustausch genutzt. Die Dichten stiegen von 800 über 1.600 und 3.200 bis 6.250 Bit pro Zoll.
LINCtape (1962). Ein kleines Band, das fest zum Laborrechner LINC gehörte. Das Betriebssystem lief direkt vom Band. Jeder Block war adressierbar, das Band konnte also wie ein langsamer Direktzugriffsspeicher verwendet werden.
DECtape (ab 1963). Digital Equipment entwickelte daraus das DECtape für die Rechner PDP-6, PDP-8, PDP-10, PDP-11 und andere. Auch hier waren die Blöcke einzeln adressierbar, und die Spuren waren doppelt geschrieben, was das Format sehr robust machte. DECtape II (um 1979) übernahm die Blockstruktur, nutzte aber kleine, vorformatierte Kassetten.
Bandformate der PC- und Serverzeit
| Format | Einsatz | Bemerkung |
|---|---|---|
| QIC, Travan | PCs und kleine Server, 1980er bis 2000er | Kassetten mit Viertelzoll-Band |
| DDS / DAT | Server, 1990er bis 2000er | 4-mm-Band, Schrägspur |
| Exabyte, AIT | Server, 1990er bis 2000er | 8-mm-Band, Schrägspur |
| DLT, SDLT | Server und Rechenzentren, 1990er bis 2000er | Halbzoll-Band in Kassette |
| LTO 1–9 | Server und Rechenzentren, seit 2000 | Halbzoll-Band, heute Standard |
Datenrettung von Bändern
Bänder fallen anders aus als Festplatten. Typische Probleme sind:
- Klebende Bänder: Das Bindemittel zieht Feuchtigkeit, die Schicht wird klebrig und reißt beim Abspulen ab.
- Gerissene oder geknickte Bänder, oft nach einem Laufwerksdefekt.
- Fehlendes Laufwerk oder fehlende Software: Das Laufwerk ist längst entsorgt, die Sicherungssoftware läuft nicht mehr, der Katalog ist verloren.
- Überschriebener Anfang: Ein neues, kurzes Backup über einem alten, langen.
Wir prüfen alte Bänder vor dem ersten Abspielen, behandeln sie bei Bedarf und lesen sie als Rohabbild. Danach werten wir das Backup-Format aus. So sind auch Bänder lesbar, deren Katalog fehlt. Daten von DLT-, DAT-, AIT- und Travan-Bändern retten wir regelmäßig, für LTO gilt dasselbe. Bei historischen Formaten wie 9-Spur oder DECtape klären wir vorab, ob ein passendes Laufwerk verfügbar ist.
Mehr dazu: Bänder und Altsysteme und Datenkonvertierung.