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Festplatte entsorgen: fünf Wege und was mit den Daten passiert
Eine alte Festplatte gehört nicht in den Hausmüll. Wohin dann – und was passiert dort mit Ihren Daten? Fünf Wege im Vergleich.
Roland Block, Laborleiter ·

Wer eine Festplatte entsorgt, hat zwei Aufgaben: das Gerät richtig zu entsorgen und dafür zu sorgen, dass niemand mehr an die Daten kommt. Die erste Aufgabe regelt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Die zweite bleibt bei Ihnen – keine Sammelstelle löscht für Sie. Bei uns im Labor landen regelmäßig Festplatten aus Nachlässen, Firmenauflösungen und Flohmarktkisten, und auf erstaunlich vielen davon sind die Daten noch vollständig lesbar. Wie das abläuft, beschreibt unsere Seite zur kostenlosen Festplattenvernichtung.
1. Hausmüll: verboten
Festplatten sind Elektroaltgeräte. Sie dürfen nicht in den Restmüll, auch nicht ausgebaut und einzeln. Das Symbol mit der durchgestrichenen Mülltonne auf dem Etikett weist darauf hin. Abgesehen vom Verbot: Eine Festplatte im Hausmüll ist unversehrt, und wer sie findet, kann sie anschließen.
2. Wertstoffhof
Kommunale Sammelstellen nehmen Festplatten kostenlos an. Sie landen in einem Sammelbehälter für Kleingeräte und gehen an einen Verwerter. Die Daten werden dabei nicht gelöscht. Wer hier abgibt, sollte vorher selbst löschen oder die Festplatte unbrauchbar machen.
3. Rücknahme im Handel
Größere Elektronikhändler und Online-Händler mit entsprechender Lager- und Versandfläche müssen kleine Elektroaltgeräte kostenlos zurücknehmen, auch ohne Neukauf. Seit 2022 gilt das auch für große Lebensmittelmärkte, die Elektrogeräte anbieten. Für die Daten gilt dasselbe wie beim Wertstoffhof: Der Händler sammelt, er löscht nicht.
4. Verkaufen
Funktionierende Festplatten lassen sich verkaufen, einzeln über Kleinanzeigen oder in größeren Mengen an Aufkäufer. Vor einem Verkauf muss die Festplatte vollständig überschrieben werden. Löschen im Papierkorb oder Schnellformatieren reicht nicht: Dabei verschwinden nur die Verweise auf die Dateien, nicht die Dateien selbst. Für größere Mengen gibt es unseren Ankauf mit sicherer Löschung.
5. Kostenlose Vernichtung mit Zertifikat
Wir nehmen alte Festplatten kostenlos an, löschen sie per Degausser oder Überschreiben, zerlegen sie und verwenden brauchbare Teile als Ersatzteile für die Datenrettung. Sie erhalten ein Zertifikat mit den Seriennummern. Der Rest geht sortiert nach Metallsorten ins Recycling.
Vergleich
| Weg | Kosten | Daten gelöscht? | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Hausmüll | – | nein | nicht erlaubt |
| Wertstoffhof | kostenlos | nein | nein |
| Rücknahme im Handel | kostenlos | nein | nein |
| Verkauf | Erlös | nur, wenn Sie selbst löschen | nein |
| Kostenlose Vernichtung bei HDDLab | kostenlos | ja, vor der Zerlegung | Zertifikat mit Seriennummern |
Selbst löschen: was funktioniert
Festplatte (HDD): einmal vollständig überschreiben, zum Beispiel mit einem Lösch-Programm von einem USB-Stick. Mehrfaches Überschreiben ist bei heutigen Festplatten nicht nötig, schadet aber nicht. Laufwerke mit defekten Sektoren lassen sich nicht vollständig überschreiben – diese besser vernichten.
SSD: Überschreiben erreicht nicht alle Speicherzellen, weil der Controller Reserveblöcke verwaltet. Richtig ist der Befehl „Secure Erase“ oder „Sanitize“ aus dem Werkzeug des Herstellers. Ein Magnet oder Degausser wirkt bei SSDs nicht.
Defekte Festplatte: Was nicht mehr startet, kann man nicht überschreiben. Aus dem Labor wissen wir: Auch defekte Platten enthalten fast immer lesbare Daten. Hier ist die Vernichtung der sichere Weg.
Für Unternehmen
Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss die Löschung nachweisen können. Unser Zertifikat führt jede Festplatte mit Seriennummer auf. Wer darüber hinaus eine Vernichtung unter Aufsicht oder nach einer bestimmten Sicherheitsstufe der DIN 66399 dokumentieren muss, findet die Stufen auf unserer Seite DIN 66399.