Ein Backup braucht man, sobald einem die Daten etwas wert sind. Natürlich kann es sein, dass man seine Sicherung nie braucht. Das ist aber kein Grund, damit aufzuhören. Oft passiert es genau dann, wenn man das Sichern gerade eingeschlafen ließ: Die Daten sind weg, und helfen kann nur noch ein Datenretter. Leider gibt es Fälle, in denen auch der beste Datenretter nichts mehr ausrichten kann – dann sind die Daten für immer verloren. Dabei hätte eine Viertelstunde im Monat für eine Sicherung gereicht.
Ein gutes Backup ist vollständig, aktuell und sicher. Bevor man anfängt, sollte man drei Fragen beantworten.
1. Wie oft?
Überlegen Sie, nach welcher Zeit ein Verlust der Daten für Sie oder Ihre Firma kritisch wird – oder welche Ereignisse eine Sicherung nötig machen, etwa eine wichtige neue Datei. Davon hängt ab, wie aktuell Ihr Backup ist. In der Praxis sichern Privatleute und kleinere Firmen, wenn überhaupt, höchstens einmal im Monat, obwohl wichtige Daten viel öfter entstehen.
Eine einfache Faustregel aus unserer Praxis: Gesichert werden muss spätestens dann, wenn es mehr als eine Woche dauern würde, die Daten von Hand wiederherzustellen.
2. Was für ein Backup?
Es gibt drei Arten:
- Komplette Kopie des Datenträgers (Sektorkopie, Abbild der ganzen Festplatte),
- Kopie einzelner Partitionen als Abbild,
- Kopie von Ordnern und Dateien auf einen anderen Datenträger.
Ein vollständiges Abbild ist am sichersten, weil es auch versteckte Dateien und Partitionen enthält. Wird ein Abbild beschädigt, ist der Zugriff aber schwieriger, besonders wenn es komprimiert wurde. Eine zusätzliche einfache Dateikopie der wichtigsten Daten schadet deshalb nie.
3. Worauf?
Das Medium bestimmt drei Eigenschaften der Sicherung: wie lange sie hält, wie schnell man an die Daten kommt und wie gut sie geschützt ist.
| Medium | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Externe Festplatte | Standard für komplette Sicherungen, viel Kapazität, günstig, an Windows und Mac nutzbar | empfindlich gegen Stürze, kann wie jede Festplatte ausfallen |
| USB-Stick | klein, überall nutzbar, gut für kleinere Datenmengen | geht leicht verloren, Flash-Speicher kann ohne Vorwarnung ausfallen |
| NAS | zentrale Sicherung für mehrere Rechner, Benutzerrechte, zeitgesteuerte Backups, Fernzugriff | eher für Firmen, braucht Pflege |
| Cloud / Online-Backup | von überall erreichbar, liegt außer Haus | braucht schnelle Internetverbindung, Daten liegen auf fremden Servern, Kosten |
| Magnetband | sehr zuverlässig und langlebig, mehrere TB pro Band, unempfindlich gegen Stöße | Laufwerke teuer, braucht trockene, staubfreie Lagerung ohne Magnetfelder |
| CD, DVD, Blu-ray | günstig, Laufwerk meist vorhanden | wenig Kapazität, langsam, billige Rohlinge halten nicht lange |
Haltbarkeit. Philips, der Erfinder der CD, nannte für gepresste CDs bei guter Lagerung bis zu 100 Jahre. Gebrannte Rohlinge halten deutlich kürzer, besonders billige. Festplatten sind für viele Jahre Betrieb ausgelegt, Bänder für Jahrzehnte im Archiv. Prüfen Sie optische Medien regelmäßig und kopieren Sie sie rechtzeitig um.
Zugänglichkeit. Ein Band ist nur so gut wie das Bandlaufwerk, mit dem man es lesen kann. Fällt das Laufwerk aus, sind die Daten bis zur Reparatur oder Neuanschaffung nicht erreichbar. Für eine DVD bekommt man ein Laufwerk in jedem Elektronikmarkt. Bei alten Bandformaten helfen wir mit unseren eigenen Laufwerken: Bänder und Altsysteme.
Schutz. Sicherungen enthalten dieselben vertraulichen Daten wie das Original. Verschlüsseln Sie sie – mit einem Passwort auf das Archiv oder mit der Verschlüsselungsfunktion des Backup-Programms. Ein ATA-Passwort auf einer Festplatte schützt dagegen wenig, es lässt sich mit Spezialsoftware entfernen.
Löschen. Ist eine Sicherung nicht mehr aktuell, muss sie sicher vernichtet werden. Festplatten überschreibt man vollständig. CDs, DVDs, Disketten, Zip-Medien und Bänder lassen sich am einfachsten physisch zerstören. Alte Festplatten nehmen wir kostenlos zur Vernichtung an.
RAID ist kein Backup
Bei einem RAID werden mehrere Festplatten zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst, entweder für mehr Geschwindigkeit oder für mehr Ausfallsicherheit. Bei RAID 1 spiegelt die zweite Festplatte die erste in Echtzeit. Das schützt gegen den Ausfall einer Platte, aber nicht gegen versehentliches Löschen, Viren, Ransomware, einen defekten Controller oder einen Bedienfehler beim Rebuild. Ein RAID ersetzt deshalb kein Backup. Wie viele RAID-Systeme bei uns landen, sehen Sie unter RAID, NAS und Server.
Mobile Datenträger
USB-Sticks und externe Festplatten werden oft als einziger Ort für Dateien genutzt: Am ersten Rechner ausschneiden, auf den Stick, am zweiten Rechner einfügen. Fällt der Stick auf dem Weg aus, ist alles weg. Löschen Sie die Daten deshalb erst am Quellrechner, wenn sie am Ziel angekommen sind. Müssen sie dort weg, nehmen Sie zwei Sticks – dass beide gleichzeitig ausfallen, ist unwahrscheinlich.
Dasselbe gilt für Sticks, die als Schlüssel dienen, etwa mit einem bootfähigen System oder einer Lizenzdatei. Fällt so ein Stick aus, ist das Programm noch da, lässt sich aber nicht mehr starten. Legen Sie sich eine Kopie auf einem zweiten Stick an, zum Beispiel als Abbild mit einem Programm wie WinHex oder einem Imaging-Werkzeug.
Das richtige Programm
Bekannte Programme sind die Sicherung von Windows, Time Machine bei macOS, Acronis True Image, Paragon und Veeam, für Firmen zusätzlich die Backup-Software des NAS oder Servers. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass das Programm:
- automatisch nach Zeitplan oder auf Knopfdruck sichert,
- Dateien nach Typ oder Ordner auswählen kann,
- Daten komprimiert und verschlüsselt,
- Rechner im Netzwerk sichern kann,
- auf verschiedene Medien schreibt und mehrere Kopien gleichzeitig anlegen kann,
- jede Sicherung und Wiederherstellung protokolliert,
- Aufgaben in einer Reihenfolge abarbeitet und bei Änderungen an Dateien selbst eine Sicherung startet.
Welches Programm Sie wählen, ist am Ende Geschmackssache – oft entscheidet die Bedienung mehr als der Funktionsumfang. Wichtig ist nur eines: Prüfen Sie ab und zu, ob sich die Sicherung auch wiederherstellen lässt. In der Datenrettung sehen wir regelmäßig Firmen, deren Sicherungsbänder sich im Ernstfall als unlesbar erwiesen.
Nur ein rechtzeitiges Backup garantiert, dass Ihre Daten nicht verloren gehen. Wenn es dafür zu spät ist: Fall einreichen.
Aktueller Nachtrag: Warum auch mehrere Rechenzentren desselben Cloud-Anbieters keine unabhängigen Kopien sind, zeigt der Ausfall von drei Yandex-Rechenzentren im Oktober 2026 – Drei Rechenzentren in vier Tagen.