Wie funktioniert eine Festplatte?
Eine Festplatte ist im Grunde ein kleiner, eigenständiger Computer. Auf ihrer Platine sitzen ein Prozessor, Arbeitsspeicher und ein ROM mit dem Startprogramm. Der größere Teil der Firmware liegt in einem reservierten Bereich auf den Scheiben und wird beim Einschalten geladen. Erst wenn das gelingt, meldet sich das Laufwerk beim Computer an. Viele Fehler, die wie ein mechanischer Defekt aussehen, liegen deshalb in Wahrheit in dieser Firmware.
Die Festplatte wird im BIOS nicht erkannt. Soll ich sie an einem anderen Rechner versuchen?
Besser ist der umgekehrte Test: Schließen Sie an denselben Rechner eine andere, funktionierende Festplatte an. Wird sie erkannt, ist der Rechner in Ordnung und das ursprüngliche Laufwerk defekt. Ein anderer Computer, ein externes Gehäuse oder Linux bringen dann nichts, denn alle Systeme verwenden dieselben standardisierten ATA- bzw. SCSI-Befehle. Jeder weitere Versuch belastet nur das defekte Laufwerk.
Was bedeutet das Klackern? Sind die Daten verloren?
Das Klackern entsteht, wenn die Köpfe ihre Spur nicht finden: Der Arm fährt zurück an den Anschlag und versucht es erneut, immer wieder. Dahinter können beschädigte Köpfe stecken, eine beschädigte Spur oder ein Fehler in der Firmware. Verloren sind die Daten damit nicht – aber Aufwand und Erfolgsaussichten hängen von der Ursache ab. Schalten Sie das Laufwerk ab, damit aus einem Kopfschaden kein Oberflächenschaden wird. Mehr dazu: Kopfdefekt.
Ich habe die Platine einer baugleichen Festplatte eingesetzt, aber es hat nicht geholfen. Ist es ein Headcrash?
Nicht unbedingt. Ein Platinentausch ist ein Glücksspiel, dessen Chancen vom Modell abhängen – bei neueren Laufwerken fast null, weil immer mehr individuelle Daten auf der Platine gespeichert werden. Auch der verbreitete Rat, auf das gleiche Herstellungsdatum zu achten, hilft nicht weiter: Äußerlich gleiche Laufwerke aus demselben Monat können andere Chips, eine andere Kopfzahl oder andere Bauteile haben. Schlimmstenfalls geht dabei auch die Ersatzplatine kaputt. Für die Rettung brauchen wir das Laufwerk immer mit seiner eigenen Platine.
Warum ist das genaue Modell so wichtig?
Standardisiert sind bei Festplatten nur die Abmessungen, die Stromversorgung und die Schnittstelle. Wie es innen aussieht, entscheidet jeder Hersteller selbst. Ein anderes Modell ist deshalb technisch ein anderes Gerät, und selbst Laufwerke mit gleicher Modellnummer unterscheiden sich oft im Detail. Ratschläge zu Hardwarereparaturen ohne Bezug auf ein bestimmtes Modell sind entsprechend mit Vorsicht zu genießen. Welche Familie in Ihrem Laufwerk steckt, zeigt der Laufwerk-Finder.
Lassen sich Daten von einer externen Festplatte retten?
Ja. In einem externen Gehäuse steckt ein ganz normales Laufwerk – entscheidend ist, welches. Bei vielen aktuellen Modellen sitzt der USB-Anschluss allerdings direkt auf der Laufwerksplatine, und manche verschlüsseln die Daten selbst. Dann darf das Laufwerk nicht einfach ausgebaut werden. Mehr dazu: USB-Platine und Verschlüsselung.
Darf ich die Festplatte öffnen, um nachzusehen?
Nein. Das Innere ist hochpräzise abgestimmt und reagiert empfindlich auf Staub und statische Entladung. Nach dem Öffnen sind Diagnose und Rettung fast immer schwieriger. Warum das so ist, erklären wir auch in den Fragen zur Datenrettung.
Beim Schütteln klappert etwas. Ist eine Schraube lose?
Das ist uns noch nie begegnet. Das Geräusch kommt von beweglichen Teilen wie dem Kopfarm, der seine Position erst im Betrieb einnimmt. Ein Klappern ist kein Grund, die Festplatte zu öffnen.